Was Sie beim Wechsel auf S/4HANA beachten müssen. Ein Leitfaden.

Die Umstellung auf SAP S/4HANA ist mehr als ein Systemwechsel. Für viele Unternehmen ist es der Moment, Prozesse zu modernisieren, Datenqualität zu verbessern und die Logistik so aufzustellen, dass Automatisierung, Echtzeit-Transparenz und skalierbare Abläufe wirklich funktionieren.

In diesem Beitrag zeigen wir, welche Schritte Sie vor und während der Umstellung beachten sollten, welche Entscheidungen besonders häufig über Erfolg oder Reibungsverluste entscheiden – und wie status C Sie speziell im Logistik- und Intralogistik-Kontext unterstützt.

SAP S/4HANA-Umstellung: Warum das Thema jetzt auf die Agenda gehört.

Viele Unternehmen starten das Projekt erst dann, wenn der Druck groß wird. In der Praxis lohnt sich eine frühere Planung – weil die Umstellung nicht nur technische Risiken enthält, sondern vor allem organisatorische und prozessuale.

Basierend auf über 25 Jahren erfolgreich abgewickelter Logistikprojekte sind folgende die typische Treiber:

  • Zeitachse: Mainstream Maintenance für SAP Business Suite 7 (u. a. ECC) bis Ende 2027, optional Extended Maintenance bis Ende 2030.

  • Plattform: S/4HANA läuft nur auf SAP HANA – damit ändern sich Architektur, Betrieb und Sizing grundlegend.

  • Datenmodell (konkret): ACDOCA (Universal Journal) bündelt FI/CO, MATDOC/NSDM verändert das Inventory-Reporting – relevant für Eigenreports, Schnittstellen und Prüflogiken.

  • Echtzeit & Automatisierung: In-Memory-Performance ermöglicht näher am Prozess liegende Auswertungen; in der Intralogistik zählt deshalb eine robuste End-to-End-Integration (Auftrag → Lager → Bestand → Versand) inkl. sauberer Störfalllogik.

Ihr direkter Draht zu uns!SAP S/4HANA aus dem Hause status C

Bevor Sie über Migrationstools oder Projektpläne sprechen, braucht es ein klares Zielbild – idealerweise in klaren Logistik-KPIs formuliert:

  • Durchsatz (Units/Lines pro Stunde): Was soll nach der Umstellung messbar schneller laufen als heute?

  • Prozessstabilität (Störungen/Stopper pro Tag, Recovery-Zeit): Welche Prozesse müssen stabil bleiben – auch bei Peaks?

  • Fehlerquote (Pick-/Pack-Fehler, Nacharbeit, Retoure): Wo dürfen sich Fehler nicht „durchschummeln“ – und wo entstehen sie heute?

  • Echtzeitfähigkeit (Latenz bis Bestands-/Status-Update): Wo brauchen Sie Echtzeit – und wo reicht ein Zeitversatz nicht mehr aus?

  • Skalierbarkeit (Peak-Faktor, Ramp-up Zeit, neue Lagerbereiche/Standorte): Welche Prozesse müssen wachsen können, ohne dass Komplexität explodiert?

  • Wertbeitrag der Logistik (Servicelevel/OTIF, Durchlaufzeit, gebundenes Kapital): Welche Rolle soll die Logistik als Werttreiber im Zielbild spielen?

Gerade in der Intralogistik entscheidet dieses Zielbild darüber, ob Sie später nur „irgendwie auf S/4HANA“ kommen – oder ob die Umstellung zu einem echten Leistungssprung wird.

Also: Definieren Sie früh, welche Kennzahlen Sie verbessern wollen (z. B. Durchsatz, Fehlerquote, Bestandsgenauigkeit, Prozessstabilität).

Matthäus Gnilka

Beratung & Entwicklung Logistik SAP, status C AG

„Wer S/4HANA als reines IT-Upgrade begreift, digitalisiert lediglich seine Ineffizienzen. Statt die neuen Hebel für Echtzeit-Daten zu nutzen, zementieren Sie teure Altlasten für das nächste Jahrzehnt.“

Die große Entscheidung: Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition?

Die Wahl des richtigen Pfades ist entscheidend dafür, ob S/4HANA lediglich eine neue technische Hülle bleibt oder zum echten Effizienzmotor für Ihre Logistik wird. Hier sind die drei Ansätze im Detail:

1. Greenfield (Neuimplementierung)

Der radikale Neuanfang für ein sauberes Zielbild. Sie bauen S/4HANA (und ggf. EWM) komplett neu auf – mit standardnahen Prozessen und einem bewussten Redesign Ihrer Systemlandschaft.

  • Typische Trigger: Historisch gewachsene Systeme mit vielen Sonderfällen, der Wunsch nach einem strikten „Fit-to-Standard“ oder die Notwendigkeit, Organisationseinheiten und Schnittstellen völlig neu zu ordnen.

  • Vorteile: Sie erreichen eine maximale Bereinigung, eine hohe Standardisierung und eine saubere Zielarchitektur (z. B. ein EWM-Design „aus einem Guss“).

  • Risiken: Unterschätzen Sie nicht den hohen Change-Management-Aufwand sowie die Zeit, die für Prozessentscheidungen und Testdesign benötigt wird.

  • Logistik-Fokus: Ideal, wenn Lagerprozesse ohnehin neu gedacht werden müssen (z. B. bei der Skalierung von Automatisierung oder neuen Materialfluss-Logiken).

2. Brownfield (System Conversion)

Die Evolution Ihres stabilen Kerns. Ihr bestehendes System wird technisch nach S/4HANA konvertiert. Viele Prozesse bleiben zunächst erhalten, während Sie gezielt entscheiden, was bereinigt und modernisiert wird.

  • Typische Trigger: Ein stabiler laufender Betrieb, hoher Zeitdruck (z. B. durch Wartungsende) oder der Wunsch, die Transformation in Etappen (erst Technik, dann UI/Prozesse) durchzuführen.

  • Vorteile: Die schnellste „Time-to-S/4“ mit minimalem Umbruch im Tagesgeschäft; Verbesserungen wie SAP Fiori sind flexibel in Wellen planbar.

  • Risiken: Es besteht die Gefahr, teure Altlasten (Custom Code, Sonderprozesse) und mangelnde Stammdatenqualität einfach mitzunehmen.

  • Logistik-Fokus: Funktioniert nur reibungslos, wenn End-to-End-Prozesse (Auftrag → Versand) frühzeitig inklusive aller Schnittstellen getestet werden.

3. Selective Data Transition (Hybrid)

Der goldene Mittelweg durch gezielte Auswahl. Dieser Ansatz kombiniert einen selektiven Neustart mit der gezielten Übernahme von relevanten Daten und Organisationseinheiten.

  • Typische Trigger: Systemkonsolidierungen oder Carve-outs, bei denen man „aufräumen will, ohne bei Null anzufangen“, während man gleichzeitig einen definierten Datenhorizont (Historie) mitnimmt.

  • Vorteile: Eine gute Balance zwischen sauberem Zielbild und der Mitnahme wichtiger historischer Daten bei gleichzeitiger Reduktion von Ballast.

  • Risiken: Erfordert eine sehr hohe Klarheit bei Cutover-Regeln, da bei selektiver Übernahme von Altlasten oft unvorhergesehene Abhängigkeiten auftreten können, die den Realisierungsaufwand massiv steigern.

  • Logistik-Fokus: Besonders stark, wenn Lager oder Standorte schrittweise transformiert werden sollen – benötigt jedoch einen glasklaren Cutover-Plan.

Readiness Check und Simplification: Die fachliche Inventur vor dem Projektstart.

Bevor Budgets stehen, ist eine Analyse der Systemlandschaft Pflicht. Dabei geht es um Technik und Business-Nutzen:

  • Custom Code: Der Readiness Check prüft primär die Syntax. Ob Code tatsächlich überflüssig ist, klärt erst eine Nutzungsanalyse. Wichtig: Wertvoller Legacy-Code enthält oft tiefes Prozess-Know-how und sollte gezielt bewahrt statt blind gelöscht werden.

  • Datenvolumen (DB-Sizing): Gemeint ist der Speicherplatz auf der Datenbank. Da HANA im Arbeitsspeicher läuft, spart konsequente Datenhygiene bares Geld bei der Hardware.

  • Simplification Items: Dieser Begriff beschreibt funktionale Änderungen oder Ersetzungen gegenüber dem alten ECC-Standard. Wenige kritische Items (wie der Business Partner/CVI) verursachen dabei oft den Großteil des Anpassungsaufwands.

Die Transformation gelingt nur, wenn IT und Fachbereich an einem Strang ziehen. Während die IT die Plattform modernisiert, befreit der Fachbereich seine Prozesse von Ballast – am Ende profitieren beide von stabilen Systemen und effizienteren Abläufen.

Stammdaten: Der unterschätzte Gamechanger.

S/4HANA verzeiht schlechte Daten weniger. Und in der Logistik gilt: Wenn die Stammdaten nicht stimmen, ist jede Automatisierung nur schnelleres Chaos.

Praxis-Tipp: Planen Sie Datenbereinigung und Datenverantwortung als eigenes Arbeitspaket – und nicht als Restaufgabe kurz vor dem Go-live.

Die Migration scheitert selten am Code, sondern meist an der Datenqualität in vier kritischen Bereichen:

Materialstamm & Verpackung (Handling Units):

  • Risiko: Fehlende Gewichts- und Volumendaten (L/B/H) verhindern Funktionen wie „Cartonization“ und Frachtoptimierung.

  • Impact: Bis zu 20 % höhere Frachtkosten (durch falsches Volumengewicht) und massiver Einbruch der Packleistung, wenn Mitarbeiter Kartons manuell wählen müssen.

Chargen- & Seriennummern:

  • Risiko: Historisch gewachsene Chargen-Logiken sind oft inkompatibel mit dem neuen EWM-Standard.

  • Impact: Verlust der durchgängigen Traceability. Im Worst Case droht der Verkaufsstopp, wenn die Ware im System nicht eindeutig identifizierbar ist.

Lagerstrategien & Inventur:

  • Risiko: Automatisierte Lagertechnik und S/4HANA EWM verzeihen keine Fehler.

  • Impact: Falsche Stammdaten führen zu physischen Störungen (z. B. Crash im Shuttle-Lager). Zudem müssen alte Inventurkonzepte oft komplett neu definiert werden (Wegfall alter Transaktionen).

Business Partner (Kunden/Lieferanten):

  • Risiko: Die Zwangsumstellung auf den „Business Partner“ (CVI) deckt gnadenlos Dubletten und Datenmüll auf.

  • Impact: Dies ist das Nr. 1 Verzögerungsrisiko in der Vorprojektphase. Ohne saubere „Golden Records“ ist kein Systemstart möglich.

Der S/4HANA Impact auf einen Blick

Gesteigerte Kommissionier-Effizienz

Analysen aus EWM-Projekten zeigen eine Steigerung der Effizienz im Picking-Prozess um durchschnittlich 20–40 % durch optimierte Wege und RF-gestützte Prozesse.

Verbesserte Liefertermintreue

In Kombination mit Prozessdigitalisierung und Automatisierung konnte die Einhaltung von Lieferterminen um bis zu 50 % verbessert werden.

Reduzierung von Lagerbeständen

Studien zur Optimierung der Supply Chain durch integrierte Systeme wie S/4HANA weisen auf das Potenzial hin, Lagerbestände um bis zu 50 % zu senken.

Höhere Flächennutzung im Lager

Durch den Einsatz von SAP EWM und optimierte Einlagerstrategien lassen sich Raumeinsparungen von 10–15 % realisieren.

Erhöhte Mitarbeiter-Produktivität

IDC-Analysen zeigen, dass die Verwaltung von ERP-Ressourcen mit S/4HANA weniger Zeit beansprucht, was zu einer Produktivitätssteigerung der IT-Teams von ca. 19 % führt.

S/4HANA-Integration, Cutover und Go-Live.

SAP S/4HANA bringt nur dann einen Vorteil, wenn die Prozesse durchgängig funktionieren – vom Auftrag bis zur Bestandsbuchung.

In der Intralogistik ist das häufig der heikelste Bereich:

  • Echtzeit-Bestandsführung vs. Verzögerungen durch Schnittstellen

  • Prozesslogik: Wer steuert was – SAP, Subsystem, Middleware?

  • Fehlertoleranz: Was passiert bei Störungen? Wie robust ist das Szenario?

Genau hier liegt der Mehrwert von status C: Wir denken die Umstellung nicht nur als ERP-Projekt, sondern als End-to-End-Logistiksystem – inklusive Integration von Automatisierung und Lagertechnik.

Viele Projekte stehen kurz vor dem Ziel – und verlieren dann unnötig Zeit durch unklare Cutover-Planung.

Ein beispielhafter Ablauf:

  • 6–8 Wochen vorher: Scope + E2E-Testfälle fix

  • 4–6 Wochen vorher: Code Freeze

  • 2–3 Wochen vorher: Config Freeze

  • 1 Woche vorher: Stammdaten „light“ freeze

  • 24–48 h vorher: Transaktions-Freeze / Cutover

  • Tests: 2 Wellen (SIT + UAT), optional 1 Generalprobe

  • Hypercare: 1–2 Wochen intensiv, danach 2–4 Wochen stabil

Wie status C Sie bei der S/4HANA-Umstellung unterstützt

status C unterstützt dort, wo der Wechsel wirklich kritisch wird:

  • Zielbild & Architektur für Logistik/Intralogistik

  • Auswahl und Umsetzung der passenden Transformationsstrategie

  • EWM- und Lagerstrategie (inkl. WM-Übergangspfaden)

  • Integration automatisierter Systeme in SAP-Prozesse

  • Stabilisierung von End-to-End-Prozessketten (Test, Cutover, Hypercare)

Unser Anspruch: Nicht nur „S/4HANA-ready“, sondern logistik-ready – mit stabilen, echtzeitfähigen Prozessen, die Wachstum und Automatisierung tragen.

Lassen Sie uns unverbindlich zu Ihrem S/4HANA Projekt sprechen

Alles beachtet? Machen Sie den Quick Check!

S/4HANA ist ein strategisches Logistikprojekt.

Wer S/4HANA als IT-Upgrade behandelt, verschenkt Potenzial. Wer die Umstellung als Chance nutzt, Prozesse zu vereinfachen, Daten zu verbessern und die Intralogistik zukunftsfähig zu integrieren, gewinnt.

Hier noch mal der Schnelldurchlauf – als Leitfaden zum Abhaken:

  • S/4HANA-Umstellung: Warum jetzt? Haben Sie Treiber, Timing und Prioritäten klar (Zukunftssicherheit, Standardisierung, Automatisierung)?

  • Zielbild statt Bauchgefühl: Ist definiert, was nach der Umstellung besser sein soll (KPIs, Prozessziele, Zielarchitektur)?

  • Transformationsansatz: Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition – ist die Wahl begründet (Risiko, Tempo, Change-Aufwand, Logistikbetrieb)?

  • Readiness & Simplification: Sind Readiness-Checks/Simplification Items ausgewertet und nach Business-Impact priorisiert (nicht nur „abgearbeitet“)?

  • Stammdaten & Governance: Gibt es ein eigenes Arbeitspaket für Datenqualität, Verantwortlichkeiten und Bereinigung – früh genug gestartet?

  • Lagerstrategie: Ist die WM-/SRM-/EWM-Frage sauber entschieden und zur Zielarchitektur passend (Komplexität, Skalierung, Automatisierung)?

  • Integration in der Intralogistik: Sind Schnittstellen, Steuerungslogik und Störfallszenarien end-to-end gedacht (Auftrag → Lager → Bestand → Versand)?

  • Cutover & Go-live: Stehen Runbooks, Freeze-Plan, End-to-End-Tests, Peak-Szenarien und Hypercare-Setup – mit Logistikfokus?

  • Partner & Umsetzung: Ist klar, wer welche Deliverables liefert (Zielbild, Integrationskonzept, Test/Cutover) – und wie status C Sie dabei entlastet?

Wenn Sie gerade planen oder bereits mitten im Projekt sind: Sprechen Sie mit uns. Wir helfen Ihnen, die entscheidenden Stellen sauber zu strukturieren – und die Logistik vom Risiko- zum Erfolgstreiber zu machen.

Lesen Sie hier, wie wir SAP S/4HANA erlebbar machen:

7. Mai 2026

Das Aktionsframework von status C Connected Warehouse

Das Aktionsframework im Connected Warehouse ist mehr als ein technisches Feature: Es macht Lagerprozesse modular, wiederverwendbar und per Customizing steuerbar – über alle Anwendungen hinweg.

Mit konstantem Prozesslogging im SAP-Applikationslog werden Abläufe nachvollziehbar und Supportfälle schneller lösbar. Gleichzeitig lassen sich kundenspezifische Anforderungen modifikationsfrei ergänzen, ohne die Standard-Codebase zu verändern.

So entsteht mit status C eine robuste, wartbare und skalierbare Prozessarchitektur für SAP EWM-basierte Lagersteuerung.

26. Februar 2026

Leitfaden zum Wechsel auf SAP S/4HANA

Die S/4HANA-Umstellung ist weit mehr als ein Systemwechsel – sie ist der strategische Hebel, um Prozesse zu modernisieren und die Logistik auf Echtzeit-Transparenz auszurichten. Sie bündelt alle prozessualen Weichenstellungen in einem klaren, zukunftssicheren Transformationspfad.

Durch fundierte Readiness-Analysen und Simplification-Bewertungen lassen sich Risiken gezielt und stabil steuern – ohne teure Altlasten in die Zukunft mitzunehmen.

Gemeinsam mit status C entsteht so eine sichere, effiziente und skalierbare Zielarchitektur, die den Umstieg erleichtert, Prozesse beschleunigt und eine zukunftssichere Lagersteuerung möglich macht.

14. Januar 2026

CubeDeploy: Das neue AutoStore Update-Tool für schnelle, sichere & standortübergreifende Rollouts

Mit CubeDeploy startet AutoStore in eine neue Ära der Softwarebereitstellung: Updates werden schneller, sicherer und vollständig automatisiert – ohne Downtime und ohne manuellen Aufwand. Ein einziger Installer hält das gesamte System weltweit auf dem neuesten Stand und sorgt für maximale Stabilität und IT-Effizienz.

In Kombination mit status C store:IT entsteht eine perfekt abgestimmte Verbindung zwischen AutoStore und SAP – für reibungslose Prozesse, höchste Verfügbarkeit und eine Automatisierungslandschaft, die mühelos skalierbar bleibt.

Häufig gestellte Fragen zur SAP S/4HANA-Umstellung (FAQ)

Warum ist der Wechsel auf SAP S/4HANA jetzt notwendig?

Der wichtigste Treiber ist die Zeitachse der SAP: Die Mainstream-Maintenance für die SAP Business Suite 7 (ECC) endet definitiv Ende 2027, wobei eine optionale Extended Maintenance bis Ende 2030 möglich ist. Über die Wartungsfristen hinaus ist S/4HANA die Basis für Echtzeit-Transparenz, Prozess-Automatisierung und skalierbare Abläufe in der Intralogistik.

Was ist der Unterschied zwischen Greenfield, Brownfield und Selective Data Transition?

Diese Begriffe beschreiben die drei gängigen Migrationspfade:

  • Greenfield: Eine komplette Neuimplementierung, ideal für den Rückbau von Altlasten und den Fokus auf Fit-to-Standard.

  • Brownfield: Eine technische System-Conversion, die bestehende Prozesse weitgehend erhält und das Risiko für den laufenden Betrieb minimiert.

  • Selective Data Transition: Ein hybrider Weg, bei dem gezielt Daten und Prozesse übernommen werden, um eine saubere Zielarchitektur ohne kompletten Neustart zu erreichen.

Was verbirgt sich hinter dem SAP Readiness Check und den Simplification Items?

Der Readiness Check ist eine technische und fachliche Inventur Ihres Systems, um Risiken bei Add-ons, Custom Code und dem Sizing der SAP HANA Datenbank zu identifizieren. Simplification Items beschreiben konkrete funktionale Änderungen in S/4HANA (z. B. das neue Datenmodell ACDOCA oder MATDOC), die oft weitreichende Prozessentscheidungen erfordern.

Welche Risikofelder sind in der Logistik besonders kritisch?

In der Praxis zeigen sich die größten Hürden oft in der Datenqualität und Logik-Umstellung:

  • Materialstammdaten: Fehlende Verpackungs- oder Handling-Informationen.

  • Business Partner (CVI): Die Pflicht zur Umstellung von Debitoren/Kreditoren auf den zentralen Geschäftspartner.

  • Lagerstrategien: Die Anpassung von Einlager- und Inventurkonzepten an die neue S/4HANA-Logik.

Wie hoch sind die Kosten für eine S/4HANA Umstellung?

Die Investitionshöhe für eine SAP S/4HANA Migration lässt sich nicht pauschal beziffern. Die Kosten hängen maßgeblich von Ihren individuellen Gegebenheiten ab, wie beispielsweise:

  • Der gewählten Migrationsstrategie (Greenfield vs. Brownfield).

  • Der Komplexität Ihres bestehenden Custom Codes und der Anzahl der Schnittstellen.

  • Dem Zustand Ihrer Stammdatenqualität und der gewünschten Prozesstiefe. Ein fundierter Readiness Check ist der erste Schritt, um einen verlässlichen Budgetrahmen für Ihr spezifisches Projekt zu stecken.

Sprechen Sie uns an!

Was bedeutet das neue Datenmodell (ACDOCA & MATDOC) für mein Reporting?

Das Universal Journal (ACDOCA) bündelt Finanzdaten (FI/CO) in einer einzigen Tabelle, während MATDOC das Inventory-Reporting grundlegend verändert. Dies ermöglicht Echtzeit-Auswertungen, erfordert aber gleichzeitig eine Anpassung Ihrer bestehenden Eigenreports und Prüflogiken.

Welche Rolle spielt SAP Fiori bei der S/4HANA Umstellung?

SAP Fiori ist die moderne Benutzeroberfläche von S/4HANA und löst das klassische SAP GUI ab. Während eine technische Migration (Brownfield) oft erst einmal die bestehenden Oberflächen beibehält, ermöglicht Fiori einen rollenbasierten, mobilen Zugriff und eine deutlich intuitivere Bedienung. Dies ist ein zentraler Faktor für die Nutzerakzeptanz und Prozessbeschleunigung in der Logistik.

S/4HANA Cloud oder On-Premise: Welches Modell ist besser?

Es gibt hier kein "Richtig" oder "Falsch". Die Public Cloud bietet maximale Standardisierung und schnelle Innovationen, während die Private Cloud oder On-Premise-Lösungen mehr Freiheiten für individuelle Anpassungen lassen. Die Entscheidung hängt stark von Ihrer IT-Strategie, den Compliance-Anforderungen und dem gewünschten Grad an Prozess-Standardisierung ab.

Warum ist die Umstellung auf den SAP Business Partner (CVI) obligatorisch?

Unter S/4HANA gibt es keine Trennung mehr zwischen Debitoren und Kreditoren in den Stammdaten; alles wird über den Business Partner (Geschäftspartner) gesteuert. Da diese Customer Vendor Integration (CVI) eine technische Voraussetzung für den Systemstart ist, sollte die Bereinigung der Stammdaten und Dubletten als eines der ersten Teilprojekte gestartet werden.

Wie lange dauert ein typisches S/4HANA Migrationsprojekt?

Die Projektdauer variiert je nach Ansatz. Während eine rein technische Konvertierung (Brownfield) oft in 6 bis 12 Monaten realisierbar ist, benötigen umfassende Neugestaltungen (Greenfield) aufgrund des hohen Change-Management-Bedarfs und der Prozessentscheidungen meist deutlich länger.