SAP LGM Warenausgang: der Prozess Schritt für Schritt erklärt.

SAP Logistics Management, kurz SAP LGM, ist inzwischen fast ein Jahr am Markt. In dieser Zeit hat SAP den Funktionsumfang deutlich ausgebaut, und die Roadmap kündigt für die kommenden Quartale weitere Erweiterungen an. Wir begleiten diese Entwicklung seit dem Start: In den ersten vier Teilen dieser Reihe haben wir uns Wareneingang und Einlagerung, die Anwendungsfälle im Vergleich zu einem schlanken SAP EWM, die mobilen Prozesse sowie Integrationsaufwand und Kosten angesehen.

Damit fehlt noch ein Prozess, und zwar der, an dem sich ein Lagerverwaltungssystem im Alltag am deutlichsten beweisen muss: Auslagerung, Kommissionierung und Warenausgang. Genau darum geht es in diesem fünften Teil. Wir zeigen den kompletten Ablauf an einem realen Systemstand, inklusive aller Screenshots, und ordnen ein, wo SAP LGM heute trägt und wo Sie im Projekt an Grenzen stoßen.

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15. September 2026

SAP LGM Warenausgang: der Prozess Schritt für Schritt erklärt

Seit August 2026 lässt sich in SAP LGM konfigurieren, was beim Kommissionieren verifiziert wird. Damit fällt eine Lücke weg, die wir in Teil 3 noch als Ausschlusskriterium beschrieben haben.

In Teil 5 zeigen wir den kompletten Warenausgang in sechs Schritten: mobil kommissionieren, am Packplatz verpacken, Warenausgang buchen. Mit Screenshots aus dem System und einer ehrlichen Einordnung, wo SAP LGM heute noch an Grenzen stößt.

21. August 2026

SAP LGM – Integrationsaufwand und Kosten: SAP BTP, Integration Suite und Cloud Connector im Überblick

SAP LGM muss sich dort beweisen, wo Budgets tatsächlich entschieden werden: in der Kalkulation. In Teil 4 unserer Praxisreihe zeigen wir, wie hoch der Integrationsaufwand über SAP BTP, Integration Suite und Cloud Connector wirklich ist – und wo die Kosten am häufigsten unterschätzt werden: von der Integration Suite bis zur Skalierung über mehrere Standorte.

So entsteht mit status C eine fundierte Orientierung für Ihre Kostenplanung – anhand echter Integrationsszenarien, nicht anhand von Schönrechnerei.

27. Juli 2026

Mobile Prozesse in SAP LGM

SAP LGM muss sich dort beweisen, wo Lagerprozesse tatsächlich stattfinden: mobil, am Punkt des Geschehens. Die mobile App „SAP Warehouse Logistics" zeigt, wie die System-Mensch-Interaktion auf dem Shopfloor heute schon aussieht – bewusst schlank, ohne RF-Framework.

In Teil 3 unserer Praxisreihe zeigen wir, welche Prozesse in SAP LGM bereits mobil laufen – Einlagerung, Kommissionierung und Umlagerungen –, welche Voraussetzungen gelten und wo die Grenzen liegen: von der HU-Verwaltung bis zur Inventur (Stand Juli 2026).

So entsteht mit status C eine fundierte, praxisnahe Orientierung für alle, die mobile Lagerprozesse mit SAP LGM planen – bewertet am realen Funktionsstand, nicht am Marketingstand.

25. Juni 2026

SAP LGM oder SAP EWM? Für welche Lager sich die schlanke SAP-Cloud-Lösung eignet

Die wichtigste SAP-LGM-Frage ist selten „ja oder nein", sondern: Passt zu meinem Standort eher SAP LGM oder ein schlankes SAP EWM? Beide Wege lassen sich zügig einführen – doch sie führen zu unterschiedlichen Zukunftspfaden.

In Teil 2 unserer Praxisreihe liefern wir die Einordnung für Entscheider: für welche Lager sich SAP LGM eignet, wie es sich vom EWM abgrenzt und wann ein schlankes EWM die tragfähigere Wahl ist – inklusive Funktionsvergleich und Entscheidungsmatrix.

So entsteht mit status C eine fundierte, praxisnahe Orientierung für alle, die zwischen SAP LGM und SAP EWM die richtige Lösung für ihren Standort suchen.

4. Juni 2026

SAP LGM in der Praxis: Wareneingang & Einlagerung

SAP LGM ist mehr als ein weiteres SAP-Lagersystem: Die schlanke, cloud-native Lagerverwaltung bildet Prozesse wie den Wareneingang bewusst standardisiert ab – schnell ausrollbar, intuitiv und durchgängig per Fiori, am PC wie mobil.

In Teil 1 unserer Praxisreihe zeigen wir den Wareneingang inklusive Einlagerung Schritt für Schritt im echten System – mit Screenshots statt Theorie. Gleichzeitig ordnen wir ehrlich ein, wo SAP LGM heute noch an Grenzen stößt.

So entsteht mit status C eine fundierte, praxisnahe Orientierung für alle, die SAP LGM als verlässliche Ergänzung zu SAP EWM prüfen.

SAP LGM auf einen Blick.

Was ist SAP LGM?

SAP Logistics Management (SAP LGM) ist eine schlanke, cloud-native Lagerverwaltungssoftware von SAP mit Fiori-Oberflächen. Sie bildet einfache Lager- und Transportprozesse ab. SAP LGM ist kein Ersatz für SAP EWM, sondern eine Ergänzung im SAP-Portfolio für Standorte mit geringer Komplexität.

Für welche Unternehmen ist SAP LGM relevant?

Interessant wird SAP LGM vor allem für Unternehmen mit vielen kleinen Lagern geringer Komplexität, etwa Vertriebs-, Ersatzteil- oder Satellitenlager mit manuellen, standardisierten Prozessen. Welche Lagertypen konkret infrage kommen und wie die Abgrenzung zu SAP EWM aussieht, haben wir in Teil 2 dieser Reihe ausführlich behandelt.

Warum beschäftigen wir uns mit SAP LGM?

Als Spezialist für SAP-Lagerverwaltung beraten wir unsere Kunden ganzheitlich, auch zu neuen SAP-Produkten. SAP LGM finden wir spannend, weil SAP das Produkt strategisch platziert und ausdrücklich nicht als Übergangstechnologie versteht. Das zeigt sich an den vielen Funktionen, die in der Roadmap noch angekündigt sind.

Warum der Warenausgang der spannendste Prozess in SAP LGM ist.

Über die gesamte Reihe hinweg haben wir gezeigt, wie schlank sich Prozesse in SAP LGM abbilden lassen. Beim Warenausgang wird es interessanter, denn er ist die klassisch anspruchsvollere Aufgabe bei der Inbetriebnahme eines Lagerverwaltungssystems. Während der Wareneingang meist einem festen Muster folgt, hängen im Warenausgang Kommissionierstrategie, Verpackung, Bereitstellung und Versand voneinander ab.

Entsprechend viel hat sich hier in den vergangenen sechs Monaten getan. SAP hat gerade im Warenausgang deutlich nachgelegt, unter anderem bei der mobilen Verifizierung, die wir in Teil 3 dieser Reihe noch als offene Lücke beschrieben hatten. Die Kommissionierung wird dabei wie schon die Einlagerung über die schlanke App SAP Warehouse Logistics für iOS und Android mobil unterstützt.

Die Ausgangslage: unser Beispielprozess im Warenausgang.

Wir zeigen den Warenausgang an einem klassischen Beispiel: mobil kommissionieren, an einem Packplatz verpacken, Warenausgang buchen. Grundlage ist eine Auslieferung, die von SAP S/4HANA an SAP LGM verteilt wurde.

Schritt 1: Auslieferung finden und Lageraufgaben anlegen

In der App „Ausgangslageraktivitäten verwalten“ wählen wir zunächst die Auslieferung aus. Von dort durchlaufen wir den gesamten Prozess Schritt für Schritt.

Zuerst legen wir die Kommissionierlageraufgaben an, entweder automatisch oder mit Vorgabe des Von-Lagerplatzes. Auch eine automatische Anlage im Hintergrund ist möglich. Nach der Anlage springen wir direkt in die Lageraufgaben ab.

Schritt 2: Lageraufgaben einer Queue zuordnen

In der App „Lageraufgaben bearbeiten“ lassen sich Lageraufgaben zu Queues (Arbeitswarteschlangen) hinzufügen oder bündeln. Eine automatische Bündelung und die Queue-Zuweisung ist laut SAP-LGM-Roadmap für Q4 2026 angekündigt.

Wer die mobile Abarbeitung nicht nutzen möchte, kann die Lageraufgabe an dieser Stelle auch direkt bestätigen.

Schritt 3: Mobile Kommissionierung

In der mobilen App SAP Warehouse Logistics quittiert die kommissionierende Person die Lageraufgabe, sofern sie in der passenden Queue angemeldet ist.

Seit August 2026 bietet SAP LGM konfigurierbare Einstellungen zur Verifizierung an. Wir legen also fest, welche Parameter bei der mobilen Abarbeitung von Lageraufgaben geprüft werden, etwa Von-Platz, Produkt oder Nach-Platz, und auf welche Art das geschieht, per Scan oder über ein Auswahlfeld. Für Lager, in denen eine echte Verifizierung beim Kommissionieren unverzichtbar ist, waren die fehlenden Verifikationsprofile bisher ein Ausschlusskriterium.

Schritt 4: Verpacken am Packplatz

In der App „Packarbeitsplatz“ verpacken wir Positionen mit Bestandsreferenz zu einer Auslieferung beziehungsweise Ausgangslageranforderung. Dafür geben wir die Auslieferung in das Suchfeld ein oder scannen sie. Anschließend verpacken wir über die großen Buttons im unteren Bildschirmbereich.

Ist alles verpackt, lässt sich das Versandlabel für die Handling Unit drucken und die HU schließen.

Schritt 5: Bereitstellung

Zurück in der App „Ausgangslageraktivitäten verwalten“ setzen wir den Bereitstellstatus der Auslieferung.

Schritt 6: Warenausgang buchen

Ebenfalls in der App „Ausgangslageraktivitäten verwalten“ buchen wir zum Abschluss den Warenausgang.

Fazit: schlanker Warenausgang mit klaren Grenzen.

Der Warenausgang in SAP LGM zeigt gut, wofür das Produkt gemacht ist und wo es heute noch an Grenzen stößt.

Das überzeugt.

  • Intuitiv und schnell erlernbar: Der Prozess ist logisch aufgebaut und sorgt für sehr kurze Einarbeitungszeiten.

  • Teilautomatisierung möglich: Die Anlage von Lageraufgaben lässt sich bereits heute automatisieren. Für Q4 2026 sind zusätzlich die automatische Queuefindung und die Bündelung der Lageraufgaben angekündigt.

  • Aufgeräumte mobile App: Die App bietet alle notwendigen Funktionen. Mit den einstellbaren Verifikationsprofilen gibt SAP LGM seit August 2026 deutlich mehr Freiheit bei der mobilen Prozessgestaltung.

Das fehlt heute noch.

  • Verknüpfung von kommissioniertem Bestand und Packplatz: Wenn Kommissionierung und Verpacken von zwei Personen getrennt durchgeführt werden, ist physisch nicht erkennbar, welcher Bestand zu welcher Auslieferung gehört. Die für Q3 2026 angekündigte Einführung von Kommissionier-HUs kann diese Lücke schließen.

  • Automatisches Setzen des Bereitstellstatus: Aktuell muss der Bereitstellstatus manuell gesetzt werden. Aus unserer Erfahrung passiert das in vielen Lagern automatisiert durch die Bewegung vom Packplatz in die Bereitstellzone.

  • Findung verschiedener Packplätze: Nicht jedes Produkt lässt sich an jedem Packplatz verpacken. SAP LGM erlaubt im Warenausgang derzeit nur einen Packplatz. Hier zeigt sich eine Grenze des schlankeren SAP LGM gegenüber SAP EWM.

Aus unserer Projektpraxis.

Dass die direkte, SAP-native Anbindung von Lagerprozessen in der Praxis funktioniert, sehen wir in unseren Projekten täglich. Wir haben SAP EWM bei DocMorris direkt in SAP S/4HANA integriert, bei sonnen SAP EWM eingeführt und bei Balluff eine AutoStore-Anlage direkt an SAP WM angebunden. Aus dieser Erfahrung mit komplexen WM- und EWM-Projekten heraus bewerten wir die schlankere Welt von SAP LGM, einschließlich der ehrlichen Einordnung, wo das Produkt heute noch an Grenzen stößt.

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Alle Teile der SAP-LGM-Reihe im Überblick.

Häufige Fragen zum Warenausgang in SAP LGM.

Was ist SAP LGM?

SAP Logistics Management (SAP LGM) ist eine schlanke, cloud-native Lagerverwaltungssoftware von SAP auf der SAP Business Technology Platform. Sie bildet einfache Lager- und Transportprozesse ab und ist kein Ersatz für SAP EWM, sondern eine Ergänzung für Standorte mit geringer Komplexität.

Wie läuft der Warenausgang in SAP LGM ab?

Der Warenausgang umfasst in unserem Beispiel sechs Schritte: Auslieferung auswählen und Kommissionierlageraufgaben anlegen, Lageraufgaben einer Queue zuordnen, mobil kommissionieren, am Packplatz verpacken, Bereitstellstatus setzen und schließlich den Warenausgang buchen. Gesteuert wird der Prozess im Wesentlichen über die App „Ausgangslageraktivitäten verwalten", den Packarbeitsplatz" und über die mobile App „SAP Warehouse Logistics“.

Unterstützt SAP LGM mobile Kommissionierung?

Ja. Die Kommissionierung läuft über die App SAP Warehouse Logistics für iOS und Android. Voraussetzung ist, dass die Person in der passenden Queue angemeldet ist. Seit August 2026 lässt sich zusätzlich konfigurieren, welche Parameter bei der Abarbeitung von Lageraufgaben verifiziert werden, etwa Von-Platz, Produkt oder Nach-Platz, und ob das per Scan oder über ein Auswahlfeld geschieht.

Lassen sich in SAP LGM Handling Units bilden und Versandlabels drucken?

Ja. Über die App „Packarbeitsplatz" verpacken Sie Positionen mit Bestandsreferenz zu einer Auslieferung, drucken das HU-Versandlabel und schließen die Handling Unit. Eine Einschränkung besteht heute noch: SAP LGM erlaubt im Warenausgang nur einen Packplatz, eine Findung verschiedener Packplätze, bspw. je Produkt, ist nicht möglich.

Ist SAP LGM ein Ersatz für SAP EWM?

Nein. SAP LGM ist kein Ersatz, sondern eine eigenständige, ergänzende Lösung. SAP EWM bleibt das System für große, komplexe und hochautomatisierte Lager. SAP LGM richtet sich an kleine, manuell geprägte Standorte, die digitalisiert werden sollen.