Effizienter Materialfluss ist nicht verschreibungspflichtig – Ein Greenfield-Ansatz der Superlative.

Hunderttausende Lagerplätze sowie zehntausende Behälter und Paletten zwingen veraltete Datenbanken eher früher als später in die Knie. Wenn dann neben der Einführung eines EWM S/4HANA zeitgleich mehrere Lagersysteme auf 20.000 m² angebunden werden müssen, wird es besonders komplex. Das Ganze ohne Ramp-Up-Phase, im laufenden Betrieb und – wie immer – im SAP Standard.

Projekt

  • Einführung eines EWM S/4HANA

  • Anbindung mehrerer externer Lagersysteme (mit MFS)

  • Entwicklung individueller Fiori-Apps für die unterschiedlichen Arbeitsstationen

Branche

Arzneimittelvertrieb, e-Commerce

Zeitraum

Mai 2020 – Juli 2022

Erfolge

  • Steigerung der Paketkapazität pro Jahr um 125%

  • Integration von A-Frames, Shuttles, Pick-By-Light- & Pick-To-Tote-Lösungen, Datenfunkgeräten und 5km langer Fördertechnik auf über 20.000m² Lagerfläche

  • 70 innovative Verpackungsstationen mit 100%-Kontrolle durch LEDs und Lichtschranken

Ein Marktführer verdoppelt sich.

DocMorris ist Europas größte Online-Apotheke und beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter. Das Herzstück des Platzhirschs bildet das Distributionszentrum in Heerlen in den Niederlanden. Hier sollte ein weiteres, bestandsseitig gespiegeltes Verteilerzentrum mit höherer Automatisierung entstehen, um der erhöhten Nachfrage durch die Neueinführung des E-Rezepts gerecht werden zu können. Doppelte Bestände bedeuten auch doppelte Belastung für Systeme, Datenbanken und Anwender. Es galt also, eine übergreifende Lagerverwaltungssoftware zu finden, die der Masse an Daten gerecht wird und zudem zukunftsfähig ist. Ein Fall für EWM in S/4HANA und damit ein Fall für SSI Schäfer und status C.

Greenfield-Ansatz auf einer 20.000 m² großen Wiese.

Jede Menge Materialien erfordern jede Menge Lagerplätze. Jede Menge Lagerplätze erfordern jede Menge externe Systeme. Zumindest dann, wenn man Abläufe maximal effizient gestalten möchte. Nach einer intensiven Beratungs- und Planungsphase fanden so SSI Cuby Shuttles, SSI SMC, halbautomatische Schmalgang-Stapler von Toyota für das Hochregallager, Put-To-Light-Systeme sowie A-Frames Einzug in die Hardware-Infrastruktur beider Verteilerzentren. Außerdem sollten Kommissionierprozesse durch den Einsatz von Handheld-Geräten künftig intuitiver gestaltet werden. Mit dieser Ausgangslage ergaben sich gänzlich neue Automatisierungsmöglichkeiten und Arbeitsprozesse, die es zunächst zu definieren, dann zu testen und schließlich zu realisieren galt. Ein Greenfield-Ansatz, der sowohl für Stakeholder von DocMorris als auch für status C herausfordernd war. Besonders deshalb, weil sich das neue Verteilerzentrum zum Start des Projektes noch im Bau befand und sämtliche Prozesssimulationen und Massentests akribisch vorbereitet und „am lebenden Objekt“ im Verteilerzentrum 1 getestet werden mussten. Die Zusammenarbeit in agilen Sprints und der teils monatelange Dauereinsatz der status C Experten vor Ort machten diese Mammutaufgabe erst möglich.

Es werde Licht (-schranke).
 

Im Kern eines optimalen Materialflusses steht die Ein- und Auslagerung – im Fall von DocMorris u.a. mithilfe der über 5 km langen Fördertechnik. Nach Neudefinition der Prozesse können Auftragsbehälter nun effizienter von Pick-By-Light- und Handscanner-Kommissionierern oder direkt vom A-Frame mit mehreren Aufträgen gleichzeitig befüllt werden oder wahlweise Stationen überspringen, bevor sie letztlich ihren Zielort – die Packstationen – erreichen. Hier werden die Behälter dann dekonsolidiert und für den Versand vorbereitet. Jeder Arbeitsplatz im Lager verfügt außerdem über kundenspezifisch entwickelte Fiori Apps. So sind u.a. alle 70 Pack- und Kontrollstationen über intuitiv bedienbare Oberflächen für den Warenein- und -ausgang ausgestattet, die individuell mit den Lagermitarbeitern entwickelt wurden. Während Mitarbeiter über den großen Lagermonitor am Arbeitsplatz entsprechend angewiesen werden, verifizieren Lichtschranken in den Kommissionierschächten nicht nur das Verpackungsmaterial, sondern auch die darin befindliche Ware. So ist die 100%-Kontrolle und damit eine für DocMorris entscheidende Absicherung im Materialfluss stets gewährleistet. 

  • David Voß

    TechLead SAP Logistics, DocMorris

    „status C hat herausragendes Fachwissen im Bereich Logistik und Intralogistik unter Beweis gestellt und zu jedem unserer Probleme eine Lösung gefunden. Die Expertise des Teams trug wesentlich zur Effizienzsteigerung und Optimierung betrieblicher Abläufe bei, sodass ein nachhaltiger Projekterfolg erzielt werden konnte.“

  • Achim Neufang

    Product Owner SAP Logistics, DocMorris

    „status C hat uns immer wieder mit ihren frischen Ideen und pragmatischen Lösungen begeistert. Dabei haben sie tiefgehende Kenntnisse im SAP EWM, UI5 und MFS bewiesen. Besonders fasziniert hat mich der Ansatz, immer von der Ursache auszugehen und Probleme nachhaltig lösen zu wollen. Dank dieser Methodik können wir heute hohe Auftragsvolumen stabil und intelligent bearbeiten.“

  • David Krüger

    Beratung Logistik SAP, status C AG

    „Jeder war bereit, einen Meter mehr zu gehen, als es nötig gewesen wäre. Davon hat das gesamte Projekt erheblich profitiert. Sowohl die Zusammenarbeit mit DocMorris als auch mit unserem Partner SSI Schäfer war sehr produktiv und kompetent. Dank dieses Engagements konnten wir gemeinschaftlich eine gute Systemintegration auf die Beine stellen.“

  • Frédéric Mauss

    Beratung & Entwicklung SAP, status C AG

    „DocMorris ist unglaublich kompakt aufgestellt, bringt schnell die richtigen Entscheider an einen Tisch und erleichterte uns so die Prozesse massiv. Das Projekt hat großen Spaß gemacht.“

Nach dem Go Live ist vor der Evaluierung – und die kann sich sehen lassen.

Durch die S/4HANA-Einführung konnte DocMorris die Anzahl der täglich versendeten Pakete um 125% steigern, sodass allein in den ersten zwei Monaten nach Go Live über eine Million Sendungen das Verteilerzentrum in Heerlen verließen. Durch das hohe Maß an Automatisierungen und den von status C entwickelten, intelligenten Nachschubstrategien sind alle Artikel zu jeder Zeit für die Kommissionierung vorrätig. So bewegen sich nun 116 SSI Cuby Shuttles auf 29 Ebenen und bewirtschaften 46.000 Lagerplätze. Hinzu kommen 115.000 statische Lagerplätze, 5.700 Paletten, tausende Auftragsbehälter und über 400.000 verschiedene Produkte im Wareneingang. Die Automatisierung beider Verteilerzentren erhöhte sich von 50% auf 70%. Mit dieser Umstellung hat DocMorris einen großen Schritt in Richtung digitales Lager gemacht und wird aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der HANA-Plattform kontinuierlich von Neuerungen und aktualisierten Funktionsumfängen profitieren.